Australien 2.Teil
14.Juni
Nach dem Frühstück fuhren wir nach Katherine, Ausgangsort für viele interessante Touren. Ende Januar 1998 wurde der Ort von einer Springflutwelle heimgesucht, wie sie in 500 Jahren nur einmal
vorkommen soll. Ein Grossteil der Bevölkerung wurde evakuiert. Der Katherine River trat über die Ufer und ein rund 4 Meter großes Leistenkrokodil schwamm sogar durch die Shopping-Meile des Ortes.
Ziemlich viele heruntergekommene und betrunkene Aboriginies tummeln sich in dem kleinen Städtchen.
Wir tauschten Travelerschecks und kauften bei Woolworth und im Bottle-Shop ein. Danach fuhren wir zur Katherine Gorge in einen anderen Teil des Nitmiluk Nationsparks. Die 12 Kilometer lange Schlucht
liegt idyllisch in der zerklüfteten Landschaft. Man kann dort wandern, Kanu fahren, schwimmen oder angeln. Auf dem Campingplatz tummelten sich zahlreiche sehr zutrauliche Wallabies und nachts flogen
Heerscharen von Flughunden darüber hinweg.
Leider hatten wir schon wieder ein Problem mit unserem Camper. Unser Kühlschrank war defekt und eine kleine Lampe im Wageninnern signalisierte uns, dass irgendetwas damit nicht in Ordnung ist. Im
Campground gab es Gott sei Dank einen großen Gemeinschaftskühlschrank. Alle verderblichen Sachen brachten wir bis zum anderen Morgen dort unter. Das Fleisch, was wir erst vor ein paar Stunden gekauft
hatten, musste als Abendessen herhalten.
Da es wieder sehr schnell dunkel wurde und leider die Innenbeleuchtung des Campers auch nicht mehr funktionierte, blieb uns nichts anderes übrig, als bald ins Bett zu gehen.
Am nächsten Tag mussten wir uns um die Elektrik kümmern.
15.Juni
Heute machten wir uns mal wieder aus Zeitgründen ohne Frühstück auf den Weg zurück nach Katherine. Nach einem Anruf bei APOLLO-Camper suchten wir die
Vertragswerkstatt auf und ließen die Batterie checken, die aber laut Mechaniker völlig in Ordnung war. Nach einem weiteren Anruf bei APOLLO was nun zu tun sei, machten wir uns auf die Suche nach
einer Elektrowerkstatt, die wir nach einigem Herumsuchen auch fanden. Wieder ging wertvolle Zeit verloren. Auch die Angestellten dieser Werkstatt konnten den Fehler nicht feststellen. Nach einer
Stunde Herumwerkeln bot man uns eine Zwischenlösung an. Man erklärte uns, wie wir im Motorraum neue Sicherungen anbringen könnten, womit der Kühlschrank wieder ans Laufen käme, und gab uns ein
Päckchen mit ca. 20 Ersatzsicherungen mit auf den Weg. Nun lief der Kühlschrank und auch die Innenbeleuchtung war wieder in Ordnung. Schnell weiter, denn wir wollten heute noch ca. 200 Kilometer
Richtung Gregory Nationalpark.
Von Katherine bis zu unserer nächsten Station - Victoria Roadhouse - gab es keine Tankgelegenheit mehr. Gegen 15:00 Uhr und bei sehr heißen Temperaturen kamen wir am Victoria Roadhouse an.
Noch ein kleiner Spaziergang zum Victoria-River und bei einem leckeren Abendessen beendeten wir diesen Tag. Bis 21:00 Uhr saßen wir noch draußen. Als wir ins Bett gehen wollten, bemerkten wir, dass der Kühlschrank schon wieder seinen Geist aufgegeben hatte. Da wir ja schon wussten, was zu tun ist, war das Problem schnell gelöst.
16.Juni
Heute waren wir schon frühzeitig wach. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Kununurra.
Wer von Darwin kommend über den Victoria Highway nach Kununurra fährt muss vorher an der Grenze vom Northern Territory nach Western Australia einige wichtige Dinge beachten. Westaustralien hat
Probleme damit, dass von Fruchtfliegen Krankheiten auf Obstbäume übertragen werden. Deshalb wird hier am Checkpoint darauf geachtet, dass kein Obst und Gemüse über die Landesgrenze gebracht wird. Wir
hatten uns darauf vorbereitet und am Abend vorher all diese Dinge noch für unser Abendessen verbraucht. Am Checkpoint stehen Abfallbehälter bereit, für eine eventuelle Entsorgung von Obst, Gemüse,
Kartoffeln etc. Ein freundlicher Kontrolleur wirft auf jeden Fall einen Blick in den Kühlschrank und durchsucht auch kurz die Stauräume. Manche meinen vielleicht, es wäre ja nicht so schlimm mal eine
Banane zu schmuggeln und zu schade, Lebensmittel wegzuwerfen. Dieses Verhalten ist leichtsinnig und unverantwortlich. Reisende sollten sich vorher informieren und sich auf diese Kontrolle
vorbereiten. Wer Bescheid weiß, der kann sich mit dem Einkauf danach richten und muss dann auch nichts wegwerfen.
Außerdem bietet Kununurra alles, was man zum Leben braucht und man kann hier seine Vorräte bequem wieder auffüllen. In der Gegenrichtung von Western Australia ins Northern Territory wird nicht
kontrolliert.
Was man noch beachten muss, wenn man den Checkpoint passiert, ist die Zeitumstellung, denn die Uhren gehen in Western Australia anders. Vom Northern Territory kommend, stellt man die Uhr 1,5 Stunden
zurück. Das bedeutet: plötzlich ist es später dunkel und eher wieder hell, ein neuer Tagesrhythmus, an den man sich auch erst einmal gewöhnen muss. Aber so hatten wir an diesem Tag Zeit
gewonnen.
In Kununurra angekommen, checkten wir auf einem wenig besuchten Campingplatz ein. Sogleich machten wir uns auf den Weg um alles Wichtige für unsere Tour - die GIBB RIVER ROAD - zu besorgen. Wir
tauschten Travellerschecks bei WESTPAC (ohne Gebühren), kauften ein, betankten unseren Camper samt Reservekanister, prüften den Reifendruck und besorgten uns Informationen über die Befahrbarkeit der
GIBB RIVER ROAD beim Visitor-Center. Außerdem mussten wir unseren Autovermieter APOLLO telefonisch davon in Kenntnis setzen, dass wir die GIBB RIVER ROAD befahren wollten und eine Genehmigung für die
Route einholen.
Anschließend verbrachten wir die frühen Abendstunden bei Spaghetti und einem kühlen VB. Durch die Zeitumstellung blieb es ein bisschen länger hell.
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