Australien 5.Teil

22.Juni
Um 7:00 Uhr machten wir uns auf den Weg Richtung Derby. Die letzten Kilometer Gravelroad mussten noch bewältigt werden. Leider war es der absolute Horror. Durch die Sonne war der Schlamm getrocknet und hatte sich in eine betonharte Waschbrettpiste verwandelt. Unser Vehikel ächzte mit 20 Stundenkilometern daher. Die Piste war von Spurrillen durchfurcht. Da wir uns dem Ende der Schotterstrecke näherten und Städte wie Derby und Broome in Tagesentfernung rückten, wurde der Verkehr etwas stärker. Entgegenkommende Jeeps wirbelten kleine Steine auf. Die letzten 65 Kilometer der GIBB RIVER ROAD sind geteert. Ein Glück! Endlich hatten wir den Track hinter uns. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge blickten wir auf die letzten Meter. Es war eine Erfahrung wert gewesen, aber leider mit einem für diese Strecke ungeeigneten Fahrzeug und dem Pech einer Regenperiode.

Auf dem Weg nach Derby unternahmen wir noch einen Abstecher außerhalb des Ortes - zum berühmten Prison Tree Boab.

Das Städtchen Derby ist Versorgungszentrum für das westliche Ende der Kimberleys. Sehenswertes gibt es hier nur wenig. Nahe der Stadt liegt ein Luftwaffenstützpunkt und eben der berühmte Prison Tree. In diesem hohlen Boab Baum mit einem Umfang von 14 Meter wurden früher tatsächlich Gefangene über Nacht eingesperrt, um sie tags darauf ins nächstgelegene reguläre Gefängnis transportieren zu können.
Von Derby riefen wir den Tarangau Campingplatz in Broome an, um uns einen Platz für die letzten 3 Nächte mit unserem Vehikel zu sichern.


Langsam näherten wir uns nun auf dem Highway dem westlichsten Punkt unserer Tour und somit auch der 5800 Einwohner zählenden Küstenstadt Broome.
Ein recht lebhafter und quirliger Ort, welcher im vergangenen Jahrhundert zur "Perlenhauptstadt der Südhalbkugel" ernannt wurde. Denn vor ca. 100 Jahren entdeckte man am Meeresboden Muscheln mit weißen, glänzenden Perlen, welche ähnlich dem Goldrausch viele Siedler anlockte. Vor allem Japaner und Chinesen, die sich als Perlentaucher verdient machten, prägten seitdem den Lebensstil der Stadt.
Heute präsentiert sich Broome sehr weltoffen.
Wir erreichten Broome unter weitere Vorkommnisse nach
8 Fahrtstunden bei strahlendem Sonnenschein und blauem Meer.


Nach Einchecken auf dem Tarangau Campingplatz gesellten sich zu uns zwei Defender. Eine Frau und zwei Männer aus Kanada hatten ihre Landcruiser von Kanada nach Perth in Containern verladen lassen und waren 4 Monate auf Weltreise. Das Wageninnere und abenteuerliche Geschichten interessierten uns doch sehr. Wir verabredeten uns für den Abend auf einen Plausch.

Auf der Suche nach einem gemütlichen Restaurant besuchten wir erst einmal den Strand von Broome.

Die Cable Beach ist der Renommierstrand von Westaustralien. Er ist über 160 km lang und hat alle Zutaten für einen Traumstrand. "Man nehme:" Wasser: klar und türkisfarben; Sand: fein und weiß wie Puderzucker; Klippen: schimmernd in rotorange. Zum Sonnenuntergang am Cable Beach werden Kamelausritte direkt am Strand angeboten. Berühmt ist die Cable Beach auch, weil sie mit dem 4WD befahren werden darf, um den Sonnenuntergang über dem Indischen Ozean zu bewundern. Ein weiteres Highlight ist der Staircase to the Moon: An wolkenfreien Vollmondnächten sieht man den Mond über den Wattgebieten der Roebuck Bay aufgehen und dabei spiegelt er sich unzählige Male in kleinen verbleibenden Tümpeln und bildet so die 'Treppenstufen zum Mond'. Unser heutiger Abend fiel genau auf eine wolkenlose Vollmondnacht.


Da wir aber sehr müde von der langen Fahrt waren, entschlossen wir uns, nicht mehr zur Roebuck Bay zu fahren, die immerhin mit dem Bus ca. 1 Stunde Fahrtzeit entfernt lag. Unser Vehikel wollten wir auf keinen Fall mehr in Gang setzen.


Leider gibt es am Cable Beach nur ziemlich überteuerte Self-Service-Restaurants. Das hat uns nicht besonders gefallen. Auf der Suche nach einem gemütlicheren Plätzchen gelangten wir zum "The Old Zoo Cafe". Es machte einen netten Eindruck und man hatte sogar noch einen freien Tisch für uns. Nach einem sehr üppigen und leckerem Essen brachte man uns sofort zu unserem Erstaunen die Rechnung. Wir fragten nach und man sagte uns, dass unser Tisch ab sofort reserviert sei. Das war ein glatter Rausschmiss, denn wir bekamen noch nicht einmal einen letzten Drink. Die Unfreundlichkeit in diesem Restaurant verwunderte uns doch sehr. Wir gingen zu unserem Campingplatz zurück und verbrachten dennoch einen netten Abend mit den netten Kanadiern und ihren abenteuerlichen Geschichten.

23.Juni
Am nächsten Morgen kitzelte uns die Sonne wach und ein strahlend blauer Himmel lachte.
Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir mit dem Town-Bus in die Stadt. Wir schlenderten durch die Shops von Chinatown und tauschten bei der ANZ-Bank gebührenfrei Travellerschecks. Ich erstand einen tollen Outbackanzug bestehend aus Hose und Weste in Khakigrün bestickt mit kleinen Kängurus, Koalas und Krokodilen zum Preis von
AUD $ 120.

 

Am Nachmittag besuchten wir den Crocodile Park.. Er gehört dem bekannten australischen Dokumentarfilmer und Abenteurer Malcolm Douglas. Im Auftrag der Regierung fängt Malcolm aggressive und verletzte Tiere, die eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, ein. Hundertfünfzig davon fanden im grössten privaten Krokodilpark Australiens ein neues Zuhause. Leider haben wir Malcolm nicht persönlich angetroffen.

 

Den Abend verbrachten wir in Chinatown auf der Terrasse in einem gemütlichen Restaurant bei musikalischer Untermalung.  

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