Thailand 2. Teil

Chiang Rai

Am 9. November ging es früh aus den Federn. Schon um 07:00 Uhr holte uns der Emirates-Transfer vom Hotel ab und brachte uns zum Flughafen Dubai, wo wir um 09:40 Uhr pünktlich den Weiterflug in der Emirates-Business-Class nach Bangkok antraten. In knapp 7 Stunden landeten wir gegen 18:00 Uhr Ortszeit in Bangkok. Dort sollte es nur ein kurzer Aufenthalt sein zum Weiterflug nach Chiang Rai. Darum übernachteten wir auch im Novotel Bangkok Suvarnabhumi Airport-Hotel. Wir gingen im Flughafen Bangkok mit unserem Gepäck zum Gate 4 auf Level 2 zum Ausgang. Dort wartete schon der Shuttlebus des Flughafenhotels, der im 10-Minutentakt fährt, und brachte uns ins Hotel.

 

Das Novotel Bangkok Suvarnabhumi Airport-Hotel ist ein Vier-Sterne-Hotel mit zwei Bars und vier Restaurants. Der Check-In ging sehr schnell und wir bezogen unser Zimmer. Leider war es nicht ganz so leise im Zimmer, was wir aber auch von einem Flughafenhotel nicht erwartet haben. Wir waren vom Flug sowieso noch so aufgedreht, dass wir bis 12:00 Uhr an der Bar sehr gut und preiswert gegessen haben. Nach einer etwas unruhigen Nacht checkten wir nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet aus und fuhren mit dem Shuttlebus zum Domestic-Terminal des Flughafens. Unser Weiterflug nach Chiang Rai mit der Thai-Airways ging pünktlich um 08:35 Uhr und landete schon um 09:55 Uhr in Chiang Rai.

 

In Chiang Rai am Flughafenausgang stand ein netter Guide von Diethelm Travel Group und erwartete uns schon. Er sprach perfekt deutsch und stellte sich mit dem Vornamen Rong vor. Er sollte uns die nächsten drei Tage auf unseren Touren begleiten. Wir fuhren 1,5 Stunden mit einem schicken neuen Van nach Chiang Saen zu unserem gebuchten Hotel Anantara Golden Triangle Resort & Spa.

 

Die Stadt Chiang Saen hat eine ruhmreiche Vergangenheit hinter sich. Chiang Saen war die Hauptstadt des ersten Thai-Königreiches, das überhaupt auf heutigem thailändischen Territorium errichtet wurde. Die Stadt wurde im 10. Jahr-hundert gegründet, unmittelbar nachdem die Thai eingewandert waren - vermutlich aus der Gegend der heutigen chinesischen Provinz Yunnan.


Auf dem Kamm eines bewaldeten Berges mit Blick auf alle drei Länder ist das Anatara Resort und Spa zuhause, hoch über den Wassern des Mekong. Der Kontrast zwischen zeitloser und unberührter Natur und der Hochglanz-Gastlichkeit des Resorts könnte kaum größer sein. Die Zimmer und Suiten im Anantara sind reinster zeitgenössischer Luxus. Im Thai-Stil mit Teak und Terrazzo-Böden und riesigen Badezimmern mit Wannen für zwei Personen. Das 5-Sterne-Luxushotel hat 90 Zimmer für höchste Ansprüche. Zum Relaxen und Entspannen steht ein Swimmingpool und Fitnessraum zur Verfügung. Wie das Hotel insgesamt so ist auch das Restaurant auf Gäste eingestellt, die das Besondere suchen. Das dazugehörige nahe gelegene Thai Elephant Conservation Center bietet Gästen eine etwas andere Art der Fortbewegung. Es gibt Tages-Touren, bei denen man auf einem Elefanten reiten, mit dem Ochsen-gespann fahren oder mit einem Langholz-Boot den Mekong hinauf bis nach Laos schippern kann.

 

Am Empfang wurden wir sehr freundlich begrüßt. Uns wurden - wie fast überall in Asien - herrlich nach Lemongras duftende Tücher gereicht und ein Mangogetränk als Gaumenkitzel. Die Englischkenntnisse des Personals waren hier perfekt. Wir buchten sofort für den nächsten Tag eine Elefantentour, da diese Touren sehr gefragt und schnell ausgebucht sind. Wir wurden zu unserem Zimmer gebracht. Es war einfach ein Traum. Wir hatten einen atemberaubenden Blick in den Dschungel bis nach Burma.

 

Nach einem kurzen Mittagsschlaf gingen wir zu Fuß in das kleine Dorf Sop Ruak. Hier steht auch das berühmte Schild mit der Aufschrift „Golden Triangle". Das Dorf Sop Ruak hat außer einem Tempel, einigen Souvenirständen und Getränkebuden nicht allzu viel zu bieten, ist aber berühmt für den dort verkauften Schlangenwhiskey.


Das Dörfchen wirkt ansonsten verschlafen und staubig. Die Hauptattraktion allerdings ist hier der Mekong, an dessen Ufer die Stadt erbaut wurde. Es gibt eine lange Uferpromenade, auf der man auf und ab spazieren und das Treiben auf dem Fluß beobachten kann - Boote aus Yunnan in China landen beinahe jeden Tag. Es werden auch Bootsausflüge nach Laos angeboten, dafür benötigt man jedoch ein gültiges Visum (Laos stellt keine Eintagesvisa an der Grenze aus), man muss also vor Abreise eines bei der laotischen Botschaft beantragen.

 

Der Zusammenfluss des Sop Ruak und des Mekong wird das Goldene Dreieck genannt. Hier grenzen Thailand, Laos und Myanmar aneinander. Die Geschichte des Goldenen Dreiecks ist zugleich die Geschichte des Opiumhandels im Grenzgebiet von Thailand, Laos und Myanmar (ehemals Burma). Hier wird seit Jahrzehnten Schlafmohn angebaut und zu Heroin verarbeitet. Die Bezeichnung Goldenes Dreieck soll auf den Opium-Handel zurückgehen. Goldenes Dreieck daher, weil Opium einst mit Gold bezahlt wurde.

 

Wir besichtigten den Tempel und stillten unseren Hunger und Durst in einem der vielen netten Restaurants mit Blick auf den Mekong. Den Abend verbrachten wir im Anantara Resort bei klassischen Thaigerichten. An der Hotelbar hatten wir viel Spaß mit dem Personal, die uns mit allerlei Zaubertricks á la Harry Potter erfreuten.


Am nächsten Morgen nach einem ausgedehnten Frühstück auf der herrlichen Terrasse des Hotels Anantara unternahmen wir einen Besuch des Elefantencamps. Mit dem hauseigenen Jeep fuhren wir ca. 5 Minuten zum Camp. Hier ist man sehr für den Schutz der Elefanten engagiert. Man kann an einem Mahoud-Training teilnehmen oder Elefanten-Trekkingtouren unter-nehmen. Zur Zeit ist ein kleines Elefantenbaby (6 Monate) im Park. Wir besichtigten das Camp und fütterten den kleinen Elefanten mit Gräsern und Bananen.


Zurück im Hotel ging es auch gleich schon weiter zu einem vorgebuchten Ausflug zu den Bergdörfern. Wir fuhren mit unserem Guide Rong ca. eine Stunde vorbei an grünen Reisfeldern, Wasserbüffeln und Dörfern bergauf zu den Völkern der weißen Hmong. Auf der Fahrt dorthin erfuhren wir einiges über die Einwohner der Dörfer - die Weißen Hmong -. Ohne Führer sollte man keine Tour zu den Einwohnern unternehmen.


Die ersten Hmong oder Meo (Miao), wie sie die Thais nennen, kamen bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Südchina über Vietnam und Laos nach Thailand. Heute siedeln rund 130.000 von ihnen in den nordthailändischen Provinzen Chiang Mai, Chiang Rai, Tak und Nan. Bei den Hmong gibt es weltweit mehr als 70 Unter-gruppierungen, die sich durch ihre jeweils unter-schiedliche Kleidung auszeichnen. In Thailand leben über-wiegend Blaue bzw. Schwarze und Weiße Meo.


Mit wandernder Landwirtschaft bestreiten diese Völker ihren Lebensunterhalt. Neben Hochland-Reis bauen sie auch Korn und Sojabohnen an. Opium bauen sie nicht mehr an. Bei den Hmong hat die Familie oberste Priorität. In den Großfamilien von acht oder mehr Mitgliedern treffen jeweils die Ältesten die Entscheidungen. Je älter ein Familienmitglied ist, desto mehr Verantwortung und Autorität übernimmt es. Die Hmong leben polygam. Ein Mann heiratet in der Regel so viele Frauen, wie er ernähren kann.

 

Jeder Stamm spricht seinen eigenen Dialekt. In Thailand tragen die Frauen der Blauen Hmong bestickte Batikröcke und schwarze Blusen. Das Haar der Meo, das mehrere Meter lang sein kann, wird zu einem Knoten zusammengebunden. Die Tracht der Weißen Hmong besteht aus einer schwarzen Hose, einer bestickten Jacke und einem Turban.

 

Wir durften einen Blick in die einfachen Behausungen werfen, sie bestehen aus gestampfter Erde, Brettern und Bambus, die Dächer aus Blättern oder Schindeln. Trotzdem gibt es einen gewissen Luxus bestehend aus Fernsehgeräten oder Moped mit Beiwagen. Die laotischen Meo unterstützen die USA im Vietnamkrieg.

 

Anmerkung:
„Ungeachtet internationaler Kritik hat Thailand begonnen, etwa 4.000 Flüchtlinge der ethnischen Hmong-Minderheit in das kommunistische Laos zurückzuschicken. Im Nordosten des Landes seien etwa 5.000 Soldaten, Beamte und zivile Helfer in das Auffanglager Huay Nam Khao eingerückt, um die Deportation Richtung laotische Grenze durchzusetzen, berichtete ein Armeesprecher vor der Presse. USA, EU und das UN-Flüchtlingshilfswerk hatten sich gegen die Abschiebungen ausgesprochen. Die Hmong befürchten politische Repressionen, da sie wegen ihrer Unterstützung für die USA im Vietnam-Krieg geächtet wurden. Viele leben seit mehr als 30 Jahren in
Thailand, etwa 8.000 waren aber erst seit 2004 eingereist. Thailand betrachtet sie daher als illegale "Wirtschafts-flüchtlinge". (Artikel aus Zeitung für Thailand, Januar 2010)

Wir fuhren zurück und unternahmen am späten Nachmittag noch eine rasante Spritztour mit dem Speedboat auf dem imposanten, breiten Mekong.